Sprüche und Gedichte zum Thema Einsamkeit

Einsamkeit

Das Thema Einsamkeit ist ein etwas melancholisches Thema, wie die folgenden Sprüche, Gedichte und Weisheiten über die Einsamkeit zeigen. Einerseits wird Einsamkeit als etwas Negatives gesehen, etwas, was man zu erdulden hat, aus dem es herauszukommen gilt. Doch andererseits gibt es noch eine Art der Einsamkeit (oder besser: des Alleinseins?), was notwendig ist, um seinen inneren Frieden zu finden.

Nur manchmal wird die Einsamkeit als ein positiver Zustand gesehen, zumeist bedeutet Einsamkeit hier eher eine Herausforderung.

Sprüche und Weisheiten über die Einsamkeit



Kahle Äste,
kahle Zweige –
winterschwarz.

Wer will, sieht
den Ansatz der Knospen.

Else Pannek

Zitatherkunft: narzissenleuchten.de

Sonnenaufgang am Himmel mit Vögeln und Wolken

Zweifle nicht
am Blau des Himmels,
wenn über deinem Dach
dunkle Wolken stehen.

Unbekannt

Ein Hauptstudium der Jugend sollte sein,
die Einsamkeit ertragen lernen,
weil sie eine Quelle des Glücks
und der Gemütsruhe ist.

Arthur Schopenhauer
Himmel, wo die Sonne hinter einer Wolke hervorkommt

Betrachte die Einsamkeit als ein Leuchten,
ein reines Licht, das sich aus sich selbst nährt,
außerhalb der Welt und dennoch
in ihrem Mittelpunkt.

Volksweisheit / Volksgut

Die Seele, die ganz sicher wäre,
dass sie irgendwo im Weltenraum
der Freundesseele begegnen wird,
sie würde ein Jahrtausend hindurch
in der Einsamkeit zufrieden und fröhlich sein.

Ralph Waldo Emerson

Der wahre, tiefe Friede des Herzens
und die vollkommene Gemütsruhe
sind allein in der Einsamkeit zu finden.

Arthur Schopenhauer

Einsamkeit, verbunden mit einem
klaren, heiteren Bewusstsein ist,
ich behaupte es, die einzig wahre Schule
für einen Geist von edlen Anlagen.

Gottfried Keller

Einsamkeit
ist der Aufschrei der Seele
nach Zuwendung.

Unbekannt

In der inneren Stille hört jede Bewegung des Denkens auf und das Herz beginnt zu sprechen. Die Einsamkeit festigt die Liebe, macht sie demütig und einzigartig.

Ohne die Liebe ist die Einsamkeit nur verdorrte Erde ohne Wasser und Licht, auf der nichts gedeiht. Bereichere deine innere Stille mit Gedanken der Liebe und einem tiefen Verlangen nach Wissen.

Volksweisheit / Volksgut
Viele kleine Herzchen schicken liebe Grüße an unsere Leser/innen

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Es ist manchmal ein gutes Mittel,
die notwendige Einsamkeit sicherzustellen,
damit man sich auf etwas konzentrieren kann,
was man tiefer erforschen will.

Vincent van Gogh
Einsames Schiff als Symbol für Einsamkeit und Alleinsein


Allein zu sein!
Drei Worte,
leicht zu sagen,
und doch so schwer,
so endlos schwer
zu tragen.

Adalbert von Chamisso

Ein Mönch hatte sich in die Einsamkeit zurückgezogen, um sich fern vom lärmenden Leben ganz der Meditation und dem Gebet widmen zu können. Einmal kam ein Wanderer zu seiner Einsiedelei, und bat ihn um etwas Wasser. Der Mönch ging mit ihm zur Zisterne.

Dankbar trank der Fremde den ihm gereichten Becher leer, und fragte dann: “Sag’ mir, welchen Sinn siehst du in deinem Leben in der Stille?” Der Mönch wies mit einer Geste auf das aufgewühlte Wasser und antwortete: “Schau’ in die Zisterne. Was siehst du?” Der Wanderer blickte hinein, hob dann den Kopf und sagte: “Ich sehe nichts.”

Nach einer kleinen Weile forderte der Mönch ihn nochmal auf: “Schau’ in das Wasser der Zisterne. Was siehst du jetzt?” Noch einmal blickte der Fremde auf das Wasser und antwortete: “Jetzt sehe ich mich selber!”

“Damit ist deine Frage beantwortet”, erklärte der Mönch. “Als du zum ersten Mal in die Zisterne schautest, war das Wasser vom Schöpfen unruhig, und du konntest nichts erkennen. Jetzt ist das Wasser ruhig – und das ist die Erfahrung der Stille: Man sieht und erkennt sich selbst!”

Volksweisheit / Volksgut
Frau in Weiß in Einsamkeit

Jede starke Empfindung
muss in der Einsamkeit ausreifen.

Giovanni Segantini
Neu bei Viabilia!

Einsamkeit ist das Los
aller hervorragender Geister.

Arthur Schopenhauer
Neu bei Viabilia!

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Mit herzlichen Grüßen
von Betina Graf-Deveci

Begegnest Du der Einsamkeit – hab´ keine Angst!
Sie ist eine kostbare Hilfe, mit sich selbst
Freundschaft zu schließen.

Volksweisheit / Volksgut

Gedichte über die Einsamkeit

Weit tiefe, bleiche, stille Felder –
o wie mich das freut,
über alle, alle Täler, Wälder
die prächtige Einsamkeit!

Freiherr von Eichendorff
Neu bei Viabilia!

Einsamkeit

Was ist wahre Einsamkeit?
Sind wir einsam, wenn das Leben
rings von Stille ist umgeben?
Wenn die rege Fantasie
uns in schaffender Magie
neu beseelt mit süßem Streben
Bilder der Vergangenheit? –
Ist das wahre Einsamkeit?

Oder wenn in stillen Gründen,
in des Waldes heil’ger Nacht,
Sonnenglanz in reiner Pracht
durch die leis’ bewegten Wipfel,
durch die glanzumsäumten Gipfel
nur verstohlen blickend, lacht,
und in den verworrnen Zweigen
selbst die kleinen Sänger schweigen?

Oder wenn in dunklen Mauern,
in des Kerkers engen Raum,
der Gefangene sich kaum
darf in seinen Ketten regen,
wenn sein Herz mit raschen Schlägen
nährt der Hoffnung Göttertraum,
und geteilt in Freud’ und Trauern,
Ahndungen ihn tief durchschauern? –

Nein, nur das ist Einsamkeit,
wenn sich Wesen um uns drangen,
denen nicht in zarten Klängen
sich vernehmbar macht das Herz,
oft voll Wonne, oft voll Schmerz –
die uns das Gemüth verengen
durch der Langeweile Leid – -
das ist wahre Einsamkeit!

Charlotte von Ahlefeld
Neu bei Viabilia!

Kleine Erläuterung: ein “Alcyon” ist ein Gürtelfischer, d.h. ein großer, auffälliger und lauter Eisvogel.

Einsamkeit des Herzens

Was die Hand auch mag ergreifen,
wohin meine Blicke streifen,
einsam steh’ ich und allein.
Gleich dem Alcyon fortgezogen
von des Meers bewegten Wogen,
find’ ich nie die Heimat mein.

In der Menschen Lustgewühle,
bei dem Tanz, beim frohen Spiele,
Muss ich ewig einsam steh’n;
denn im lauten Glanz der Tage
können sie nicht meine Sprache
und mein Wollen nicht versteh’n.

Die Natur in ihrer Stille
fasst nicht eines Herzens Fülle,
das voll Sehnsucht zu ihr spricht.
Blumen blühen, Sterne scheinen; –
wie die Menschen lächeln, weinen, –
wissen Blum’ und Sterne nicht.

Dass der Leier Saiten klingen,
dass sich Lieder ihr entschwingen,
nimmer mir den Sinn verklärt.
Denn sie sind im Schmerz gesungen,
wie der Pelikan die Jungen
mit dem eignen Herzblut nährt.

Großer Geister Hochgedanken
heben über Raumes Schranken,
sind uns ewig lieb und nah’.
Aber in den hehren Kreisen
stehe zitternd zwischen Weisen
ich mit meiner Torheit da.

Wohin flüchten? – Was beginnen? –
ach, umsonst wär’ all’ mein Sinnen,
tönte nicht dein süßes Wort.
Deiner Liebe reiche Fluten
löschen meiner Sehnsucht Gluten,
tragen friedlich mich zum Port.

Ida Hahn-Hahn

Kleine Erläuterung: ein “Alcyon” ist ein Gürtelfischer, d.h. ein großer, auffälliger und lauter Eisvogel.

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Du meine heilige Einsamkeit

Du meine heilige Einsamkeit,
du bist so reich und rein und weit
wie ein erwachender Garten.

Meine heilige Einsamkeit du –
halte die goldenen Türen zu,
vor denen die Wünsche warten.

Rainer-Maria Rilke
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Einsamkeit

Die Einsamkeit ist wie ein Regen.
Sie steigt vom Meer den Abenden entgegen;
von Ebenen, die fern sind und entlegen,
geht sie zum Himmel, der sie immer hat.
Und erst vom Himmel fällt sie auf die Stadt.

Regnet hernieder in den Zwitterstunden,
wenn sich nach Morgen wenden alle Gassen
und wenn die Leiber, welche nichts gefunden,
enttäuscht und traurig von einander lassen;
und wenn die Menschen, die einander hassen,
in einem Bett zusammen schlafen müssen:

dann geht die Einsamkeit mit den Flüssen…

Rainer-Maria Rilke
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Einsamkeit

Nun ist es still da draußen,
die Wälder rauschen sacht,
die Ströme murmelnd rinnen,
es geht ein tiefes Sinnen
hin durch die tiefe Nacht.

Des Windes leises Wehen
säuselt im hohen Ried;
die Sterne droben kreisen,
tönend in ewigen Weisen
ihr ewig großes Lied.

Die Welt ist groß und prächtig
zu solcher stillen Zeit;
es schweigt das eigne Denken,
es will ins All versenken
sich stumm das eigne Leid.

Konrad von Prittwitz-Gaffron
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Der Panther

Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille –
und hört im Herzen auf zu sein.

Rainer-Maria Rilke

Vereinsamt

Die Krähen schrein
und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein –
Wohl dem, der jetzt noch – Heimat hat!

Nun stehst du starr,
schaust rückwärts ach! wie lange schon!
Was bist Du Narr
vor Winters in die Welt – entflohn?

Die Welt – ein Tor
zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer das verlor,
was du verlorst, macht nirgends Halt.

Nun stehst du bleich,
zur Winter – Wanderschaft verflucht,
dem Rauche gleich,
der stets nach kältern Himmeln sucht.

Flieg’, Vogel, schnarr’
Dein Lied im Wüsten – Vogel -Ton! –
Versteck’, du Narr,
Dein blutend Herz in Eis und Hohn!

Die Krähen schrein
und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein,
weh dem, der keine Heimat hat.

Friedrich Wilhelm Nietzsche

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