Wenn die eigenen Eltern pflegebedürftig werden

Dame, pflegebedürftig

Wenn die eigenen Eltern eines Tages pflegebedürftig werden, kann das für alle Familienangehörigen eine große psychische, organisatorische und existentielle Belastung bedeuten. Der Beginn der Pflegebedürftigkeit bedeutet zumeist eine große Veränderung im alltäglichen Leben.

Es kommen in der Regel viele unbeantwortete Fragen auf und man findet sich häufig in einer ungewohnten Hilflosigkeit wieder. Wichtig ist für Sie zu wissen, dass Sie nicht allein in dieser neuen Situation sind und Ihnen Hilfe zur Verfügung steht.

Eintritt der Pflegebedürftigkeit

Manchmal vergeht einige Zeit bis ein Mensch sich eingesteht, dass er mit seiner alltäglichen Versorgung nicht mehr allein zu recht kommt. Meist sind es zuerst die Angehörigen, die erkennen, dass ein gewisser Bedarf an Hilfe besteht. Klärende Gespräche und guter Zuspruch können dem pflegebedürftigen Menschen Ängste und das Gefühl des Versagens nehmen. Offene Fragen sollten geklärt werden und mögliche Optionen sollten besprochen werden. Es sollte über das Hinzuziehen ausgebildeter Pflegekräfte als Unterstützung in der täglichen Versorgung nachgedacht werden. Dann sollte der erste Schritt zur Feststellung des Pflegegrades und des damit verbundenen Pflegeaufwandes eingeleitet werden.

Nehmen Sie Beratungen in Anspruch

Je nach Situation gibt es einige Stellen, bei denen Sie sich informieren können und wo Sie Unterstützung bekommen:

Der behandelnde Hausarzt oder Facharzt, sowie die Krankenkasse / Pflegekasse beraten Sie kostenlos rund um das Thema Pflege. Auch von der Telefonhotline der unabhängigen Patientenberatung (UPD) bekommen Sie Informationen und Beratung zu allen Fragen rund um die Pflegebedürftigkeit. Über das zuständige Sozialamt können Sozialleistungen wie z. B. Hilfe zur Pflege beantragt werden. Zum Beantragen von Hilfsmitteln und der Beantragung einer Pflegestufe kann es sich bereits im Vorfeld lohnen, professionelle Hilfe von einem Sozialdienst oder einem ambulanten Pflegedienst hinzuzuziehen.

Beantragung einer Pflegestufe

Die Beantragung des Pflegegrades ist das A und O, unabhängig davon, ob Ihr Elternteil von Ihnen oder einem ambulanten Pflegedienst zu Hause versorgt werden soll oder Sie sich für die Unterbringung und Versorgung in einem Seniorenheim entscheiden.

Hierfür ist es sinnvoll, vorab bereits für die Pflegebegutachtung des MDK’s (medizinischer Dienst der Krankenkasse) zu notieren, wobei Ihr Elternteil Hilfe und Unterstützung im Lebensalltag benötigt. Wo erkennen Sie Einschränkungen und welche Tätigkeiten müssen komplett übernommen werden? Die erfassten Einschätzungen sollten sich vor allem auf die Themen, Körperpflege, Bewegung, Ernährung, Sicherheit, Orientierung und Kommunikation beziehen.

Auch das Bereithalten des aktuellen Medikamentenplans und von vorhandenen Arztberichten ist empfehlenswert.

Vollmachten und Verfügungen

Was häufig vernachlässigt wird, mittlerweile aber sehr wichtig ist, ist das Erstellen von Vollmachten und Verfügungen in verschiedenen Bereichen. Die Vorsorgevollmacht / Generalvollmacht, die Patientenverfügung und die Betreuungsverfügung gehören zu den wichtigsten Dokumenten.

Es ist in Ordnung, sich helfen zu lassen

Es ist wichtig sich einzugestehen, wenn man selbst mit bestimmten Situationen überfordert ist. Das Zulassen von Gefühlen der möglichen Verzweiflung und von Trauer braucht dabei nicht unterdrückt werden. Die Pflege eines Elternteils ist oft ein schwerer Schritt. Die Menschen, die uns selbst einst versorgt haben, uns großgezogen haben und uns in sämtlichen Situationen zur Seite standen, sind nun auf unsere Hilfe angewiesen. Zu jeder Zeit sollten Sie für Ihr Elternteil in erster Linie eine wichtige Bezugs- und Vertrauensperson sein und Sicherheit vermitteln. Das bedeutet nicht, dass Sie alle Bereiche der Pflege und der Versorgung allein tragen müssen. Es ist also vollkommen in Ordnung, nach Hilfe zu suchen und sie auch in Anspruch zu nehmen.

Mein Viabilia

Merkliste und Themen-Abonnement

0 gemerkte Zitate und Grußkarten

0 gemerkte Artikel

? abonnierte Themen

So funktioniert Ihre Merkliste

Viabilia-Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden über neue Seiten, Bild- und Grußkarten und Funktionen. Interessiert?

Meine Bitte an Sie:

Bitte tragen Sie Ihren Namen und Ihren Vornamen ein. Ich möchte Sie gerne persönlich ansprechen dürfen, da dieser Newsletter – wie ein Brief – von mir persönlich und von Herzen geschrieben wird.

Deshalb schreibe ich nicht an Frau asdf oder Herrn jljls oder an leere Namen.

Unser Versprechen:

Ihre E-Mail wird bei uns absolut vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben!

Mit herzlichen Grüßen
von Betina Graf

  • Startseite
  • Zitate auf dem Lebensweg
  • Wenn die eigenen Eltern pflegebedürftig werden
Schlagworte zu dieser Seite

© 2012-2019   Viabilia - Copyright