Klassische und zeitgenössische Kinderreime zum Osterfest

Ostergedichte für Kinder: schöne, auch zeitgenössische Kinderreime

Und hier viele schöne klassische und auch ganz neue zeitgenössische Ostergedichte für Kinder – viel Vergnügen bei der Ostereier-Suche mit den Kleinen!

Ein netter und witziger Oster-Spruch von Eduard Mörike Erst die Henne oder das Ei? Mit der humorvollen Antwort, woher die Ostereier nun “wirklich” kommen … ;)

Die Gelehrten und die Pfaffen
streiten sich mit viel Geschrei,
was hat Gott zuerst erschaffen –
wohl die Henne, wohl das Ei!

Wäre das so schwer zu lösen –
erstlich ward ein Ei erdacht,
doch weil noch kein Huhn gewesen –
darum hat’s der Has gebracht.

Eduard Friedrich Mörike

Ein netter und witziger Oster-Spruch von Eduard Mörike Erst die Henne oder das Ei? Mit der humorvollen Antwort, woher die Ostereier nun “wirklich” kommen … ;)

Gezeichneter Osterhase mit einem Korb voller bunter Ostereier

Ihr glaubt mir nicht, was heut‘ geschah,
als ich den Osterhasen sah:
Dass er dort auf der Wiese saß,
und alle Ostereier fraß.

Ich wollte ihm die Meinung sagen,
und über sein Benehmen klagen.
Da kam sein Vater um die Ecke,
dem kleinen Hasen gar zum Schrecke.

Der freche Dieb ließ dann im Nu
die andern Nester wohl in Ruh‘.
Da habt Ihr noch mal Glück gehabt,
sonst fände heut‘ kein Ostern statt!

Felice Hellweg

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Bunte Ostereier im Korb

Drunten an der Gartenmauern
hab ich sehn das Häslein lauern.
Eins, zwei, drei – legt’s ein Ei,
lang wird’s nimmer dauern.

Kinder, lasst uns niederducken!
Seht ihr’s ängstlich um sich gucken? –
Ei, da hüpft’s – und dort schlüpft’s
durch die Mauerlucken.

Und nun sucht in allen Ecken,
wo die schönen Eier stecken:
rot und blau, grün und grau,
und mit Marmelflecken.

Friedrich Wilhelm Güll
Osterwiese mit Osterhasen, Hühnern und bunten Eiern

Beginnt der Schnee erstmal zu tauen,
können Blumen sich raustrauen;
denn geht der Winter, beginnt der Lenz.
Die Hühner kriegen Konkurrenz,
denn die Hasen legen Eier,
einmal im Jahr zur Osterfeier.

Färben prachtvoll auch die Schalen,
Osterhasen können auch malen!
Verstecken die verzierten Gelege
unter Büschen, entlang der Wege.
So findet jedes Kind ein Nest,
einmal im Jahr zum Osterfest.

Sabine Bröckel

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Weiße Osterglocken blühen zur Osterzeit

Osterglocken, die nicht klingen,
blühen gelb und duften lieblich;
Hasen, die jetzt Eier bringen –
Wie ist das nur möglich?

Meister Lampe schwingt den Pinsel,
bemalt Eierschalen mit feinem Strich.
Ist das hier die Osterinsel?
Die liegt doch weiter südlich!

Mit viel Sorgfalt heut’ versteckt,
liegt’s Hühnerei im Hasennest.
Das letzte wird im Mai entdeckt,
verkehrte Welt zum Osterfest!

Sabine Bröckel

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Für die Kleinsten zu Ostern total nett und witzig ;)

Osternest mit Ostereiern

Gedicht für Kinder über den Osterhasen

Im Gebüsch, direkt am Gartenzaun,
da lohnt es sich, heut’ nachzuschau’n:
Es raschelt laut das Blätterwerk …
ist’s ein Kobold, ist’s ein Zwerg?

Jetzt schaut, wie sich die Zweige neigen!
Die Neugier lässt die Spannung steigen.
Die Kinder können’s kaum erwarten:
der Osterhase war im Garten!

Sabine Bröckel

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Ein kleiner Hase sitzt im grünen Gras

Unterm Baum im grünen Gras
sitzt ein kleiner Osterhas’!
Putzt den Bart und spitzt das Ohr,
macht ein Männchen, guckt hervor.

Springt dann fort mit einem Satz,
und ein kleiner frecher Spatz
schaut jetzt nach, was denn dort sei.
Und was ist’s? Ein Osterei!

Volksweisheit / Volksgut

Der Osterhase

Hört Ihrs wispern?
Hört Ihrs Flüstern?

Was passiert, dort unter Hecken?
Wer ist so klein? Wer kann sich dort verstecken?

Seht ihr, wer sich da bewegt?
Was er unter die Büsche legt?

Wer mit wachen Augen schaut,
und sich nachzusehen traut,
die Zweige forsch zur Seite schiebt,
dran glaubt, dass es den Osterhasen gibt:

Findet sicherlich ein Osternest mit bunten Eiern,
um voller Freude nun das Osterfest zu feiern!

Sabine Bröckel

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Ostereier mit Farben daneben

Die Osterhasen haben viel zu tun

Wenn des Frühlings laue Lüfte wehen,
fangen Hasen an zu malen.
Man kann sie zwar dabei nicht sehen,
doch passiert etwas Wundersames mit den Eierschalen.

Ein jedes Langohr erfüllt jetzt seine Pflicht,
und gibt sich Mühe bei der Malerei,
ohne dass nur eine Schale dabei zerbricht,
einem Kunstwerk gleicht bald jedes Ei.

Zum Endspurt ruft das Hasenoberhaupt,
rasch bewegen sich die Pinsel in den Hasenpfoten.
Verspätung bei der Eierlieferung ist nicht erlaubt,
in Nestern liegen nun die Grünen, die Blauen, die Gelben und die Roten.

Ein jeder Hase schnallt den Korb sich auf den Rücken,
rennt los, um all die Nester zu verstecken.
Wer sie dann sucht, muss sich auch bücken,
um auch die Eier unter den Büschen zu entdecken.

Die Hasen schauen lächend zu,
und wünschen uns, dass wir froh nun Ostern feiern.
Rechtschaffen müde legen sie sich dann zur Ruh’,
und träumen von den Ostereiern.

Sabine Bröckel

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Osterei, schön bemalt, in einem Korb

Osterhäschen dort im Grase,
Wackelschwänzchen, Schnuppernase,
mit den langen, braunen Ohren,
hast ein Osterei verloren!
Zwischen Blumen seh’ ich’s liegen.
Osterhäschen, kann ich’s kriegen?

Unbekannt

Ostergedicht für Kinder

Kinder, Kinder! Kommt herbei!
Suchen wir das Osterei!

Immerfort, hier und dort
und an jedem Ort.

Hier ein Ei, dort ein Ei – bald sind`s zwei und drei!

Ist es noch so gut versteckt,
endlich wird es doch entdeckt.

Kommt herbei!
Sucht das Ei!

Hoffmann von Fallersleben

Das Häschen

Unterm Schirme, tief im Tann,
hab ich heut gelegen,
durch die schweren Zweige rann
reicher Sommerregen.

Plötzlich rauscht das nasse Gras – stille! Nicht gemuckt!
Mir zur Seite duckt
sich ein junger Has –

Dummes Häschen,
bist du blind?
Hat dein Näschen
keinen Wind?

Doch das Häschen, unbewegt,
nutzt, was ihm beschieden,
Ohren, weit zurückgelegt,
Miene, schlau zufrieden.

Ohne Atem lieg ich fast,
laß die Mücken sitzen;
still besieht mein kleiner Gast
meine Stiefelspitzen…

Um uns beide – tropf – tropf – tropf – traut eintönig Rauschen …
Auf dem Schirmdach – klopf – klopf – klopf …
Und wir lauschen … lauschen …

Wunderwürzig kommt ein Duft
durch den Wald geflogen;
Häschen schnuppert in die Luft,
fühlt sich fortgezogen;

Schiebt gemächlich seitwärts, macht
Männchen aller Ecken…
Herzlich hab ich aufgelacht
Ei, der wilde Schrecken!

Christian Morgenstern

Ostern ist nun nicht mehr fern.
Alle Kinder sehens gern,
wenn der Osterhase naht,
wenn er recht viel Naschwerk hat.

Lieber, flinker Osterhase,
leg im Moos und leg im Grase
zwischen gelben Osterglocken
Eier hin und Kandisbrocken.

Nougat ist mein Leibgericht,
und vergiß auch bitte nicht
eine bunte Zuckerstange,
eine lange, riesenlange!

Auch ein Schokoladenei
hätt ich gerne noch dabei,
und ein Ei aus Marzipan,
eins, verpackt in Cellophan,
wünsch ich mir vom Hasenmann.

Volksweisheit / Volksgut

Osterhäschen, groß und klein,
tummeln sich am Wiesenhain,
müssen tanzen, hopsen, lachen
und mitunter Männchen machen.
Heute wollen wir noch springen
und den Kindern Eier bringen:
rote, gelbe, braune, graue,
bunte, grüne, himmelblaue.
Keiner kriegt was, der uns sieht:
Das ist unser Hasenlied.

Volksweisheit / Volksgut

Osterhäschen dort im Grase,
Wackelschwänzchen, Stuppernase,
mit den langen, braunen Ohren,
hast ein Osterei verloren!
Zwischen Blumen seh’ ich’s liegen.
Osterhäschen, kann ich’s kriegen?

Volksweisheit / Volksgut

Frühling wird es weit und breit,
und die Häschen steh’n bereit.
Sie bringen zu der Osterfeier
viele bunte Ostereier.

Volksweisheit / Volksgut

Nun kommt das Osterhäslein bald
gesprungen aus dem grünen Wald,
will allen braven Kinderlein
viel Eier legen ins Nest hinein.

Was frisst das Osterhäslein gern?
Frisst wohl Rosinen und Mandelkern? –
Nein – Blümchen gelb und rot wie Blut
und grünes Gras, das schmeckt ihm gut.

Drum legt es auch ein rotes Ei,
vielleicht ein gelbes auch dabei,
und springt geschwind, husch husch husch
dann wieder fort in Wald und Busch.

Komm Osterhäslein, komm zu mir,
dein Nestlein ist schon fertig hier
von weichem Moos gar zart und fein,
leg nur manch schönes Ei hinein.

Georg Christian Dieffenbach

Erst kommt der Osterhasenpapa,
dann kommt die Osterhasenmama …
und hinterdrein, ganz klitzeklein,
die Osterhasenkinderlein,

Sie haben braune Röckchen an,
und weiße Stummelschwänzchen dran.
Sie machen ihren Ostergang,
da draußen auf dem Feld entlang.

Volksweisheit / Volksgut

Der Osterhase hat über Nacht
zwölf Eier in unseren Garten gebracht:
Eins legte er unter die Gartenbank,
drei in das grüne Efeugerank,
vier in das Hyazinthenbeet,
drei, wo die weiße Narzisse steht,
eins legte er auf den Apfelbaumast,
da hat sicher die Katze mit angefasst.

Volksweisheit / Volksgut
Hase mit Blüte

Fünf Männlein sind in den Wald gegangen,
die wollten den Osterhasen fangen.
Der Erste war so dick wie ein Fass,
der brummte immer: Wo ist der Has’?
Wo ist der Has’?

Der Zweite rief: Da, da, da
ist er ja, ist er ja!
Der Dritte war der Längste,
aber auch der Bängste;
der fing an zu weinen: Ich sehe keinen,
ich sehe keinen.

Der Vierte sprach: Das ist mir zu dumm,
ich kehre wieder um.
Der Kleinste aber, wer hätt´s gedacht,
der hat´s gemacht:
der hat den Hasen nach Hause gebracht.
Da haben alle Leute gelacht:
Ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha.

Volksweisheit / Volksgut
Weiße Schneeglöckchen im Frühling

Schneeglöckchen, kling,
Frühling uns bring,
bring uns den Sonnenschein,
wacht auf ihr Blümelein,
Schneeglöckchen, kling
Frühling uns bring.

Vöglein, tratra,
sind wieder da,
baun sich ein Nestchen klein
für ihre Kinderlein,
Vöglein, trara, trara.

Häslein, husch husch,
durch Feld und Busch
sind uns zum Osterfest
die allerliebsten Gäst,
Osterhäslein, husch, husch.

Volksweisheit / Volksgut
Osterei schön dekoriert

Ostertag im Regen

Fünf Hasen, die saßen
beisammen dicht,
es machte ein jeder
ein traurig Gesicht.
Sie jammern und weinen:
die Sonn’ will nicht scheinen!

Bei so vielem Regen,
wie kann man da legen
den Kindern das Ei?
O weih, o weih!
Da sagte der König:
“So schweigt doch ein wenig!”
Lasst Weinen und Sorgen,
wir legen sie morgen.

Heinrich Hoffmann

Schaut, wer sitzt denn dort im Gras?
Das ist ja der Osterhas’!
Guckt mit seinem langen Ohr
aus dem grünen Nest hervor,
hüpft mit seinem schnellen Bein
über Stock und über Stein.

Kommt, ihr Kinder, kommt und schaut,
schon hat er das Nest gebaut!
Ei so fein von Gras und Heu
und so lind von Moos und Spreu.
Lasst uns schauen, was liegt im Nest
so rund und glatt und fest:

Eier, blau und grün und scheckig,
Eier, rot und gelb und fleckig!
Häslein in dem grünen Wald,
ich hab` dich lieb und dank dir halt,
Häslein mit den langen Ohr,
dank dir tausendmal davor!

Häslein mit dem schnellen Bein,
sollst recht schön bedanket sein!
Nächste Ostern bringt die Mutter
wieder dir ein gutes Futter,
dass du möchtest unsertwegen
wieder soviel Eier legen.

Friedrich Wilhelm Güll

Das Osterei

Hei, juchei! Kommt herbei!
Suchen wir das Osterei!
Immerfort, hier und dort
und an jedem Ort!

Ist es noch so gut versteckt.
Endlich wird es doch entdeckt.
Hier ein Ei! Dort ein Ei!
Bald sinds zwei und drei.

Hoffmann von Fallersleben

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