Was ist Yoga eigentlich?

Yoga und der Tatort-Kommissar an der Saar

Yoga - der Baum

Yoga-Haltung: Der Baum

In Saarbrücken wird fleißig Yoga geübt, der Tatort-Kommissar an der Saar führt die Yoga-Haltung „Der Baum“ aus. Damit hat er etwas mit vielen Bundesbürgern gemeinsam: Jeder hat schon einmal etwas von Yoga gehört, und etwa 5 Millionen Bundesbürger/innen üben regelmäßig.

Im Tatort bewirkt Yoga scheinbar reine Wunder und seien wir mal ehrlich, ist der Kommissar nicht ganz so, wie sich viele einen Yoga-Übenden vorstellen? Zumindest ein kleines bisschen sonderbar, oder?

Leider kann man viel Wundersames über Yoga lesen, hören und sehen. Der oft und gerne dargestellte, akrobatisch anmutende Sonnengruß lockt die Ehrgeizigen und Sportlichen. Immer und ewig lächelnde Yoga-Übungsleiter sorgen für gute Stimmung und machen Hoffnung darauf, doch endlich das halb volle Glas zu entdecken. Ist dies Yoga?

Yoga und seine Wurzeln

Yoga ist ein mehrere tausend Jahre altes Übungssystem. Eines das in dieser langen Zeit viele Veränderungen erfahren hat und je nach Epoche unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt hat. Verschiedene Strömungen haben sich entwickelt.

In seinen Ursprüngen ist Yoga in die Zeit der Stammeskulturen vor ca. 8.000 Jahren anzusiedeln. Schamanen, Neshi oder Jagri nennt oder nannte man die Menschen, die, häufig neben dem Jagen und Sammeln und später neben Ackerbau und Viehzucht, die Verantwortung für die Gesundheit eines Stammes trugen. Es galt die Gesundheit der einzelnen zu fördern oder wiederherzustellen, Probleme zu lösen und Schmerz und Unheil vom Stamm abzuwenden.

Zwei Hände, die eine kleine Pflanze mit Wurzeln in Erde in der Hand hält

Woher kommt Yoga? Wie ist es entstanden?

Um diese zentrale Aufgabe zu erfüllen, bedarf es einiger Kernkompetenzen: Zusammenhänge erkennen, lernfähig sein, offen sein für die übrigen Mitglieder des Stammes und selbst gesund sein gehören dazu. Auf eine solche Verantwortung wird ein Schamane vorbereitet, und Meditation sowie Körper-Übungen sind ein Bestandteil der Ausbildung. Hier liegen womöglich die ersten Wurzeln des Yoga.

Verbindung zur Wirklichkeit

Wenn wir Yoga (aus dem Sanskrit) mit Verbinden übersetzen wollen und dies ist eine mögliche Übersetzung, dann kann man festhalten, dass in diesem Fall die Verbindung zur Wirklichkeit gesucht und gefördert wird. Nur wer die Wirklichkeit so gut wie möglich erfasst, kann sie gestalten, kann sie annehmen. Mit Verbinden kann auch das Erkennen meiner Mitwelt und meiner Mitmenschen verstanden werden. Auch den Blick klären für das Wesentliche kann darunter fallen.

Tatsächlich nimmt das Bild des Yoga das bäuerliche Bild des Jochs auf, das Mensch und Tier verbindet, um den Boden fruchtbarer zu machen. Dieses Bild kann sehr hierarchisch gedeutet werden als müsste man im Yoga etwas bezwingen, um ein Ziel zu erreichen.

Ich bevorzuge – ganz ein Kind unserer Zeit – eine weniger autoritäre Interpretation: Um mit einem Gegenüber zu kooperieren oder mit ihm ein Ziel zu erreichen, ist das Verstehen die Voraussetzung. Nur so bewegen sich beide in die gleiche Richtung und synchron.

Im Yoga übe ich mich im Verstehen:
Meiner Stimmungen, innerkörperlichen Abläufe,
meiner Bedürfnisse und Beweggründe
und die meiner Mitmenschen,
um gemeinsam ein fruchtbares Leben zu erfahren.

Zu Beginn des Yoga und bis ins 20. Jahrhundert waren es nur wenige in einer Gesellschaft, die Yoga ausführen durften. Heute in der westlichen Welt ist Yoga alles andere als elitär. Was hat dieses alte Übungssystem uns oder einem Tatort-Kommissar an der Saar heute noch zu bieten?

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